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Obwohl der CB-Funk in Deutschland, bereits seit dem 1. Juli 1975 für Jedermann zugelassen ist, tauchen auch in der Leserpost bei rpa-radio, immer noch Fragen nach der Reichweite von CB-Funk auf. Liest man die Antworten, dies es zu diesem Thema in diversen Foren im Internet gibt, die von sogenannten “Fachleuten” gegeben werden, dann kann man sehr wohl die Frustration der Funkfreunde nachvollziehen. Die Verbände, welche eigentlich die Aufgabe hätten auch solche Fragen zu beantworten, halten sich - wie in fast allen grundlegenden Fragen - diskret zurück, und lassen die Funkfreunde im sprichwörtlichen Regen stehen. Besonders bedauerlich ist dieser Umstand auch deshalb, weil viele neue Funkfreunde inzwischen wieder zum CB-Funk kommen. Gab es früher noch versierte und ordentlich arbeitende Funkfachhändler an jedem größeren Ort, die den Funkfreunden mit Rat und Tat helfen konnten, so muss man einen wirklich kompetenten Ansprechpartner im Handel, heute wirklich wie eine Stecknadel suchen. Ich kenne nur noch einen Händler der meinen Ansprüchen genügt.
In diesem Beitrag werden Äusserungen getätigt, die nicht von mir stammen. In diesem Fall verweise ich auf entsprechende Textstellen und Internetseiten oder Bücher, welche mehr zu diesem Thema aussagen, als ich es jemals kann. Dies muss der Fairness halber gesagt werden, weil ich mich nicht gerne mit Leistungen schmücke, die andere vollbracht haben. Auch hier will ich mich deutlich von diversen Verbänden, Vereinen und Organisationen unterscheiden. Vielleicht wird den Lesern auffallen, dass ich mich nicht ein einziges mal, auf Quellen von Organisationen des CB-Funkes stützen werde. Der Grund wird vielleicht dann einleuchtend, wenn ich als bekannt voraus setze, dass ich von solchen Organisationen keinerlei kreativen oder gar konstruktive Sachbeiträge erwarte. Diese Feststellung sollte zur Beseitigung von Unklarheiten beigetragen haben.
Um zu wissen, warum die Ausbreitungbedigungen und damit verbunden auch die Reichweiten des CB-Funkes so sind wie sie sind, muss man wissen, dass der CB-Funk in Deutschland (und in Europa) im Kurzwellenbereich zu finden ist. Als Kurzwelle bezeichnet man Frequenzen die zwischen ca 3000 kHz (eigentlich wäre dies noch der Grenzwellenbereich - aber dieser Begriff ist nur Insidern bekannt) und 30 MHz. Für die Kurzwelle gelten im Gegensatz zu anderen höheren Frequenzbereichen z.B. VHF (ab ca 50 MHZ) oder dem UHF-Bereich (ab ca 400MHz) ganz besondere Ausbreitungsbedingungen. Während im VHF- bzw. UHF- Bereich die Ausbreitung in der Regel sehr streng “Quasi-Optisch” (einfach übersetzt: soweit man sehen kann) verläuft, gilt dies für den Kurzwellenbereich entweder gar nicht oder nur zu ganz besonderen Zeiträumen oder physikalischen Vorkommnissen. Für den 27MHz-Bereich in welchem sich der CB-Funk befindet, kann man davon ausgehen, dass zu “normalen” Zeiten, die Ausbreitung ebenfalls “Quasi-Optisch” verläuft, man also in der Regel nur soweit funken kann, wie es die sogenannte “Freie Sicht” der Antenne erlaubt. Auf 27 MHz gehen die Ausbreitungstheoretiker von einer maximalen Reichweite zwischen 35 und 40 Kilometern aus. In dichten Innenstädten kann die Reichweite erheblich geringer im flachen Land oder auf Bergen erheblich größer sein.
Diese Reichweite hat zunächst nichts mit der verwendeten Sendeleistung des Funkgerätes zu tun - sie ist einfach durch die Grundlagen des Ausbreitungsphysik so vorhanden. Selbst dann - und diese Feststellung wird einige doch sehr überraschen - wenn man die Sendeleistung deutlich erhöht, wird man an dieser Tatsache nichts verändern. Nun wird es Funkpraktiker geben, die nun - völlig zurecht - laut aufschreien, und feststellen dass man aber doch größere Reichweiten erzielen kann, wenn man die Sendeleistung erhöht. Diese Behauptung ist sowohl richtig als auch gleichzeitig falsch!
Wie kann man aber gleichtzeitig Recht und Unrecht haben?
Ich will versuchen, dieses Phänomen so allgemein verständlich wie möglich zu erklären. Ich habe vorher behauptet, dass die “Quasi-Optische” Ausbreitung von 27 MHz bei ca 40 Kilometer liegt. Wenn wir nun auf einer Landkarte versuchen, diese 40 Kilometer in einem Kreis (z.B. mit einem Zirkel) um unseren Standort zu ziehen, so wird uns - geeigenets topographisches Kartenmaterial (also Karten mit ausgewiesenen Höhenlinien) vorausgesetzt - sofort auffallen, dass unsere Umgebung in keinem mir bekannten Fall gleichförmig eben oder ohne Bebauung ist. Manche dieser Bebauungen oder Erhebungen (aber auch Absenkungen) führen dazu, dass mit einer vorher verwendeten Sendeleistung eine Partnerstation nicht erreicht werden konnte, nach der Erhöhung der Sendeleistung jedoch mit guter Qualität hör- und auch erreichbar ist.
Woran liegt das nun?
Durch die Erhöhung der Sendeleistung - wobei es gleichgültig ist ob diese durch Leistungsverstärker oder bessere Antennen erreicht wurde, hat das Sendesignal innerhalb unseres 40 km-Kreises eine insgesamt höhrere Sättigung und wird daher deutlich besser auch hinter Bergen oder in Talsenken aufgenommen.
Dies kann sogar soweit führen, dass eine mobile Funkstation, die sich von der Mitte des 40 Kilometerkreises entfernt über lange Strecken das Signal des Funkpartners ohne irgendwelche Einbrüche oder Schwankungen empfangen kann, während es dann plötzlich und ohne ein hemmendes Hindernis hinter sich zu haben, völlig verschwunden ist. Selbst dann wenn die sendende Station die Leistung noch weiter erhöhen würde, wäre die Station ausserhalb dieser imaginären 40 Kilometer nicht mehr zu empfangen.
Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen von dieser Regel (diese jedoch zu beschreiben würden den Rahmen dieses kleinen Aufsatzes deutlich überschreiten) grundsätzlich jedoch ändert sich nichts an dem oben beschriebenen.
Übrigens, weil es für das weitere Verständnis wichtig ist: Den Ausbreitungsweg innerhalb dieser 40 Kilometer-Zone nennt man “Bodenwelle”. Der Name ist nicht zufällig gewählt worden, sondern beschreibt exakt das was ich weiter oben beschrieben habe:
Das Funksignal folgt bis zu einem bestimmten Punkt der Erdoberfläche (mit all den darin befindlichen Hindernissen) und ist dann nicht mehr vernehmbar.
Diese Tatsache sollten wir uns unbedingt einprägen, weil wir in der Fortsetzung useres kleinen Exkurses nochmal dauf zurück kommen werden. Hier geht es weiter.......
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